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Kultur - 14.06.2019

25 Jahre Haus der Geschichte: Wie die Deutschen seit 1945 leben

Das Haus der Geschichte zeigt anschaulich, wie sich Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkriegs politisch, kulturell und gesellschaftlich entwickelt hat. Vor 25 Jahren wurde das Museum in Bonn eröffnet.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    „Geschenk an die junge Generation“

    Dieses Zitat stammt aus der Eröffnungsrede vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, auf dessen Initiative das Haus der Geschichte in Bonn zurück geht. Die Vision: eine Sammlung zur deutschen Geschichte seit 1945. Kernstück des Hauses der Geschichte ist die große Dauerausstellung, die Helmut Kohl am 14. Juni 1994 eröffnete.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Maßgeschneidert

    Die Bauarbeiten für das Haus der Geschichte in Bonn begannen im September 1989. Dass es eigens für diesen Zweck errichtet wurde, war damals etwas Besonderes. Heute ist es eines der meistbesuchten Museen in Deutschland. Jährlich kommen rund 650.000 Menschen, um in die deutsche Geschichte nach 1945 einzutauchen.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Dauerausstellung zur Geschichte nach 1945

    Aktueller, internationaler, emotionaler – so präsentiert sich die Dauerausstellung nach monatelangen Umbaumaßnahmen seit Ende 2017. „Die Phase von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart wurde völlig erneuert“, so der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Prof. Dr. Hans Walter Hütter.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Themen der Gegenwart

    Ein Boot aus dem Mittelmeer holte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki nach Deutschland und überließ es dem Museum. Es steht gemeinsam mit anderen Ausstellungsstücken, wie etwa Rettungswesten, für die Massenflucht nach Europa. Damit greift das Haus der Geschichte eines der wichtigsten Themen der Gegenwart auf.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Amtlicher Neuanfang 1949

    Jüngst feierte das Haus der Geschichte das Grundgesetz, das vor 70 Jahren verabschiedet wurde. Das Bild zeigt ein Faksimile des Ur-Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland von 1949, unterzeichnet von Konrad Adenauer (CDU), dem Präsidenten des Parlamentarischen Rates, und seinen Vizepräsidenten Adolph Schönfelder (SPD) und Hermann Schäfer (FDP).

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Deutsche Teilung

    Der Kalte Krieg prägte das Nachkriegsdeutschland. Nachdem der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze gegeben hatte, begannen am Morgen des 13. August 1961 Grenzpolizisten das Straßenpflaster aufzureißen. Mit Mörtel und Hohlblocksteinen wurde in Windeseile die Berliner Mauer errichtet, die Deutschland bis 1989 teilte.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Proteste in der DDR

    „Geschichte erleben“ war lange der Titel der Dauerausstellung. Diese Station erinnert an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Die Präsenz des russischen T-34-Panzers macht das Museums-Konzept physisch erlebbar: Diese Sorte Panzer rollte im Juni 1953 durch die Straßen Berlins und walzte die Protestwelle mit Gewalt nieder.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    (West)Deutschland wird Weltmeister

    Als Helmut Rahn in der 84. Minute das entscheidende Tor gegen Ungarn schoss, war es vollbracht, das „Wunder von Bern“. Die Bundesrepublik Deutschland wurde 1954 Weltmeister. Nur neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist dieser Erfolg Sinnbild für den Anfang vom Ende der Entbehrungen der Nachkriegszeit. Fußball wurde zum Volkssport – und daran hat sich bis heute nichts geändert.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Flower Power und Hippiezeit

    Der VW-Bulli ist in Westdeutschland lange der Inbegriff von Unabhängigkeit. Als alternative Wohnform bietet er Ende der 1960er Jahre vielen jungen Leuten das, was sie auch in der Musik und in ihrem Drogenkonsum suchen: grenzenlose Freiheit, statt Spießertum. Der legendäre T 1, der aus Kalifornien zurück nach Deutschland ins Museum kam, steht auch für die Exportmarke „Made in Germany“.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Sie kamen – und blieben

    Die bronzene Skulptur von Guido Messer erinnert an die Gastarbeiter aus Südeuropa, die ab Mitte der 1950er Jahre von der Bundesrepublik angeworben wurden, um zum Wirtschaftsboom in Deutschland beizutragen. Vorgesehen war die Integration der Menschen nicht, doch viele blieben und prägten – genauso wie heute ihre Kinder und Enkel – Deutschland entscheidend mit.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Protestjahre in der BRD

    Das oberpfälzische Wackersdorf wurde durch die massiven Proteste gegen die Wiederaufarbeitungsanlage bundesweit bekannt. Der Bau begann 1985, wurde aber schließlich 1989 eingestellt. Ein Beispiel für die Wucht der Anti-Atomkraft-Bewegung, die sich in den 1970er Jahren im Westen formiert hatte – und aus der eine Partei entstand, die mittlerweile ihre Nische verlassen hat: die Grünen.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Bundeshauptstadt Bonn

    Die Ausstellung erinnert auch an die Zeit, in der Bonn die Bundeshauptstadt war, nämlich von 1949 bis 1990. Zur Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehören mittlerweile drei weitere Museen: das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig, der Tränenpalast und das Museum in der Kulturbrauerei in Berlin.

    Autorin/Autor: Julia Hitz, Heike Mund


  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    „Geschenk an die junge Generation“

    Dieses Zitat stammt aus der Eröffnungsrede vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl, auf dessen Initiative das Haus der Geschichte in Bonn zurück geht. Die Vision: eine Sammlung zur deutschen Geschichte seit 1945. Kernstück des Hauses der Geschichte ist die große Dauerausstellung, die Helmut Kohl am 14. Juni 1994 eröffnete.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Maßgeschneidert

    Die Bauarbeiten für das Haus der Geschichte in Bonn begannen im September 1989. Dass es eigens für diesen Zweck errichtet wurde, war damals etwas Besonderes. Heute ist es eines der meistbesuchten Museen in Deutschland. Jährlich kommen rund 650.000 Menschen, um in die deutsche Geschichte nach 1945 einzutauchen.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Dauerausstellung zur Geschichte nach 1945

    Aktueller, internationaler, emotionaler – so präsentiert sich die Dauerausstellung nach monatelangen Umbaumaßnahmen seit Ende 2017. „Die Phase von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart wurde völlig erneuert“, so der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Prof. Dr. Hans Walter Hütter.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Themen der Gegenwart

    Ein Boot aus dem Mittelmeer holte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki nach Deutschland und überließ es dem Museum. Es steht gemeinsam mit anderen Ausstellungsstücken, wie etwa Rettungswesten, für die Massenflucht nach Europa. Damit greift das Haus der Geschichte eines der wichtigsten Themen der Gegenwart auf.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Amtlicher Neuanfang 1949

    Jüngst feierte das Haus der Geschichte das Grundgesetz, das vor 70 Jahren verabschiedet wurde. Das Bild zeigt ein Faksimile des Ur-Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland von 1949, unterzeichnet von Konrad Adenauer (CDU), dem Präsidenten des Parlamentarischen Rates, und seinen Vizepräsidenten Adolph Schönfelder (SPD) und Hermann Schäfer (FDP).

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Deutsche Teilung

    Der Kalte Krieg prägte das Nachkriegsdeutschland. Nachdem der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht den Befehl zur Abriegelung der Sektorengrenze gegeben hatte, begannen am Morgen des 13. August 1961 Grenzpolizisten das Straßenpflaster aufzureißen. Mit Mörtel und Hohlblocksteinen wurde in Windeseile die Berliner Mauer errichtet, die Deutschland bis 1989 teilte.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Proteste in der DDR

    „Geschichte erleben“ war lange der Titel der Dauerausstellung. Diese Station erinnert an den Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953. Die Präsenz des russischen T-34-Panzers macht das Museums-Konzept physisch erlebbar: Diese Sorte Panzer rollte im Juni 1953 durch die Straßen Berlins und walzte die Protestwelle mit Gewalt nieder.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    (West)Deutschland wird Weltmeister

    Als Helmut Rahn in der 84. Minute das entscheidende Tor gegen Ungarn schoss, war es vollbracht, das „Wunder von Bern“. Die Bundesrepublik Deutschland wurde 1954 Weltmeister. Nur neun Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges ist dieser Erfolg Sinnbild für den Anfang vom Ende der Entbehrungen der Nachkriegszeit. Fußball wurde zum Volkssport – und daran hat sich bis heute nichts geändert.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Flower Power und Hippiezeit

    Der VW-Bulli ist in Westdeutschland lange der Inbegriff von Unabhängigkeit. Als alternative Wohnform bietet er Ende der 1960er Jahre vielen jungen Leuten das, was sie auch in der Musik und in ihrem Drogenkonsum suchen: grenzenlose Freiheit, statt Spießertum. Der legendäre T 1, der aus Kalifornien zurück nach Deutschland ins Museum kam, steht auch für die Exportmarke „Made in Germany“.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Sie kamen – und blieben

    Die bronzene Skulptur von Guido Messer erinnert an die Gastarbeiter aus Südeuropa, die ab Mitte der 1950er Jahre von der Bundesrepublik angeworben wurden, um zum Wirtschaftsboom in Deutschland beizutragen. Vorgesehen war die Integration der Menschen nicht, doch viele blieben und prägten – genauso wie heute ihre Kinder und Enkel – Deutschland entscheidend mit.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Protestjahre in der BRD

    Das oberpfälzische Wackersdorf wurde durch die massiven Proteste gegen die Wiederaufarbeitungsanlage bundesweit bekannt. Der Bau begann 1985, wurde aber schließlich 1989 eingestellt. Ein Beispiel für die Wucht der Anti-Atomkraft-Bewegung, die sich in den 1970er Jahren im Westen formiert hatte – und aus der eine Partei entstand, die mittlerweile ihre Nische verlassen hat: die Grünen.

  • Deutsche Nachkriegsgeschichte: 25 Jahre Haus der Geschichte in Bonn

    Bundeshauptstadt Bonn

    Die Ausstellung erinnert auch an die Zeit, in der Bonn die Bundeshauptstadt war, nämlich von 1949 bis 1990. Zur Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gehören mittlerweile drei weitere Museen: das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig, der Tränenpalast und das Museum in der Kulturbrauerei in Berlin.

    Autorin/Autor: Julia Hitz, Heike Mund


Von Anfang an war das Haus der Geschichte Chefsache: Die Bundesregierung habe beschlossen, „in Bonn eine Sammlung zur deutschen Geschichte seit 1945 zu gründen, die der Geschichte unseres Staates und der geteilten Nation gewidmet ist. Für jedes Volk ist Geschichte Quelle der Selbstvergewisserung. Deshalb ist die Pflege von Kultur und Geschichte auch eine nationale Zukunftsaufgabe“, so hatte Helmut Kohl 1987 den Bau des Museums begründet. 

Er selbst war es auch, der das Haus der Geschichte an der Bonner Willy-Brandt-Allee am 14. Juni 1994 eröffnete. Erst wenige Jahre zuvor war die Berliner Mauer gefallen. Dieses Ereignis stellte das Museum vor eine ganz neue deutsche Geschichte. Tatsächlich wurde der Museumsbau damit zu einer Art „Schlussstein der Bonner Republik“. So hatte ihn das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ wenige Tage vor der Eröffnung bezeichnet.

Haus der Geschichte: Dauerausstellung ist das Herzstück

Doch war dieser Schlussstein auch Anfang einer erfolgreichen Museumsgeschichte. Mit jährlich rund 650.000 Besuchern in Bonn und 1,2 Millionen Besuchern einschließlich der Außenstellen in Leipzig und Berlin zählt das Haus der Geschichte längst zu den beliebtesten Museen in Deutschlands. 7000 Exponate umfasst allein die Dauerausstellung. Hinzu kommen wechselnde Schauen. Aktuell wird die Ausstellung „Very British“ vorbereitet, die am 10. Juli ihre Pforten öffnet und einen deutschen Blick auf den Brexit wirft.


  • „Deutsche Mythen seit 1945“ im Bonner Haus der Geschichte

    Hermann als Gartenzwerg

    Der Cheruskerfürst Hermann führte im Jahre neun nach Christus germanische Stämme im Teutoburger Wald zum Sieg gegen die Römer. Später instrumentalisierte das NS-Regime diese Tat und viele andere urgermanische Mythen für seine Zwecke. Helden wie Hermann gerieten in der Nachkriegszeit fast in Vergessenheit. Heute gibt es ihn, als Karikatur seiner selbst, im Gartenzwerg-Format. Auch sehr deutsch.


  • „Deutsche Mythen seit 1945“ im Bonner Haus der Geschichte

    Das Wunder von Bern

    „Tooooor“ schallt es durch die Bonner Museumsflure. Jeder Deutsche erkennt sofort die Radioreportage über den Sieg Deutschlands bei der Fußballweltmeisterschaft 1954. Nach dem verlorenen Weltkrieg konnten sich die Deutschen wieder öffentlich für ihr Land begeistern. Sönke Wortmanns Film „Das Wunder von Bern“ beschwor 2003 die kollektive Erinnerung .


  • „Deutsche Mythen seit 1945“ im Bonner Haus der Geschichte

    Inbegriff des Wirtschaftswunders

    Der VW Käfer ist als Inbegriff des westdeutschen Wirtschaftswunders Bestandteil der Ausstellung „Deutsche Mythen“. Zu sehen ist das Exemplar Nummer 1.000.001 von 1955. Am aufwändig verzierten Exemplar Nummer 1.000.000. war damals kurzfristig ein Problem aufgetreten. Ganz im Sinne deutscher Gründlichkeit hatte man aber für den Fall der Fälle die cremefarbene Ersatzversion schon bereitgestellt.


  • „Deutsche Mythen seit 1945“ im Bonner Haus der Geschichte

    Vorgeschriebene Mythen in der DDR

    Anders als in der Bundesrepublik wurde in der DDR bewusst versucht, Mythen zu kreieren, um den sozialistischen Zusammenhalt zu beschwören. Oft wurden zu diesem Zweck Statuen für gefallene Soldaten der Roten Armee in Szene gesetzt. Die Ausstellung widmet der getrennt voneinander stattfindenden Mythenbildung in Ost und West einen eigenen Bereich.


  • „Deutsche Mythen seit 1945“ im Bonner Haus der Geschichte

    Deutschland als Friedensstifter?

    Aufgrund der nationalsozialistischen Vergangenheit sehen sich deutsche Politiker besonders dem Weltfrieden verpflichtet. Die Entscheidung Gerhard Schröders 2003, sich nicht an einer „Koalition der Willigen“ unter Führung der USA am Irak-Krieg zu beteiligen, befestigte den Mythos der Deutschen als Friedensstifter. Die Bonner Ausstellung konterkariert das mit der Thematik deutscher Rüstungsexporte.


  • „Deutsche Mythen seit 1945“ im Bonner Haus der Geschichte

    Vorreiter in Sachen Umweltschutz?

    Ähnlich sieht es mit dem Image der Deutschen als Umweltschützer aus. Aus Angst vor einem Aussterben des sagenumwobenen deutschen Waldes entstand in den 1980er Jahren ein breites ökologisches Bewusstsein im Land. Mit dem übergroßen Modell eines Elektrosteckers weihte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel 2015 den Offshore-Windpark Nordsee Ost ein, um für die deutsche Energiewende zu werben.


  • „Deutsche Mythen seit 1945“ im Bonner Haus der Geschichte

    Misslungene Mythenbildung

    „Wir sind Papst“ titelte die „Bild“-Zeitung nach der Wahl Benedikts XVI. Als Anstecker verteilte die Zeitung den Slogan 500.000 Mal zum katholischen Weltjugendtag in Köln 2005. „Der Versuch, diese Papstwahl zu einer nationalen Erzählung zu machen, ist nicht gelungen“, urteilt dennoch der Kurator der Ausstellung, Daniel Kosthorst. Es handle sich lediglich um eine populäre Formulierung.


  • „Deutsche Mythen seit 1945“ im Bonner Haus der Geschichte

    Gemeinschaft ohne Mythen

    Die Europäische Union ist seit 2012 Friedensnobelpreisträger. Die Original-Medaille ist zwar Teil der Ausstellung, aber zu einer gemeinsamen Identität oder dem Entstehen eines „Mythos Europa“ habe die Auszeichnung bisher nicht geführt, so die Meinung der Ausstellungsmacher. Die Selbstwahrnehmung der verschiedenen europäischen Völker basiere weiterhin größtenteils auf nationalen Erzählungen.

    Autorin/Autor: Maria-Therese Eiblmeier


Eine andere Ausstellung leuchtete zuletzt die „German Angst“ aus. 2018 beschäftigten sich die Kuratoren mit „Deutschen Mythen seit 1945“ und rüttelten dabei an mancher deutscher Selbstgewissheit, etwa dem Selbstbild als Umweltschützer und Fußballnation. Einen weiteren Mythos der Deutschen thematisiert auch die Dauerausstellung gleich zu Beginn: „Die Stunde Null „, mit der die Bundesrepublik latent suggerierte, es habe nach 1945 keine Kontinuitäten zum NS-Deutschland gegeben.

Deutsche Nachkriegsgeschichte erlebbar machen

Jedes Objekt müsse eine Geschichte erzählen, erläuterte der Präsident der Stiftung Haus der Geschichte, Hans Walter Hütter, das Sammlungsprinzip. So gebe es in der Dauerausstellung einen Zahnarztstuhl. „Das ist kein beliebiger Stuhl, er wurde während der Luftbrücke nach Berlin eingeflogen und dokumentiert die Mangelversorgung in der eingeschlossenen Stadt.“ 

Eröffnung der überarbeiteten Dauerausstellung 2017 – mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Museumschef Hans Walter Hütter

Ein weiteres Beispiel: ein Care-Paket, also ein Nahrungsmittelpaket, aus der Nachkriegszeit. Dies sei schwer zu finden gewesen, so Hütter, obwohl davon nach dem Krieg Millionen aus Amerika nach Deutschland verschickt wurden. Aber weil sie eben sehr willkommen waren, blieb davon kaum etwas übrig. „Wir haben dann über einen Sammlungsaufruf ein komplettes Care-Paket mit Inhalt aus dem Schwabenland bekommen“, berichtete Hütter. „Die Familie hatte das nach dem Krieg beiseite gestellt, weil man ja nicht wusste, ob nicht noch schlechtere Zeiten kommen würden.“ 

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Seit seiner Gründung hat das Museum etwa eine Million Objekte gesammelt. Und entwirft mit ihren Geschichten ein lebendiges Bild der deutschen Nachkriegsgeschichte.

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