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Kultur - 15.07.2019

Museum Barberini in Potsdam beschreitet „Wege des Barock“

Caravaggio und andere Barock-Maler gastieren jetzt im Potsdamer Museum Barberini. Die Schau „Wege des Barock“ zeigt 54 Meisterwerke aus dem Palazzo Barberini und der Galleria Corsini in Rom.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Narziss

    Der selbstverliebte Narziss betrachtet hingerissen sein Spiegelbild. Geschicktes Lichtspiel, Hell-Dunkel-Effekte, Fokussierung auf das Wesentliche – Caravaggio (1571-1610) gilt wegen seiner Malweise als der Star der Barock-Malerei. Seine und die Werke seiner Nachfolger, die sonst in der römischen Nationalgalerie hängen, gastieren bis 6. Oktober 2019 im Barberini-Museum in Potsdam.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Bathseba im Bade

    „Bathseba im Bade“ lautet der Titel dieses Gemäldes von Artemisia Gentileschi (1593-1653). Sie war war eine italienische Künstlerin des Barocks und gilt heute als bedeutendste Malerin ihrer Epoche. Ihre Bilder zeigen häufig Frauen von starker Ausstrahlung – mutig, entschlossen und selbstbewusst.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Der Künstler bei der Arbeit

    Als noch junge Entdeckung der Kunstgeschichtler gilt Michael Sweerts. Der flämische Barockmaler (1618-1664) verbrachte Mitte des 17. Jahrhunderts zehn Jahre in Rom, wo er sich die Malweisen seiner italienischen Kollegen zu eigen machte. In diesem Werk, das von starken Hell-Dunkel-Effekten lebt, porträtierte er einen „Künstler bei der Arbeit“.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Dramatische Körper

    „Samson und Delila“ ist das Werk von Matthias Stomer (ca. 1600-1652) betitelt, mit dem der niederländische Künstler ein Motiv des Flamen Peter Paul Rubens aufgriff. Stomer streicht hier wie mit einem Brennglas die Körperlichkeit seiner Figuren heraus. Damit entsteht die für Barockmaler so typische Dramatik.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Venus und der sterbende Adonis

    Jusepe de Riberas (1591-1652) „Venus und der sterbende Adonis“ strotzt vor Gefühlen. Dramatik entsteht. Der aus Spanien stammende Maler lebte und arbeitete im Neapel der Barockzeit. Wegen seiner Herkunft nannten sie ihn „lo Spagnoletto“, den „kleinen Spanier“. Riberas naturalistischer Stil erneuerte den gängigen Malstil in Neapel, den die Kunsthistoriker heute „Neapolitanische Schule“ nennen.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Himmlische und irdische Liebe

    Ein Bild und seine Geschichte: Der italienische Maler Giovanni Baglione (1566-1644) war eigentlich auf Kirchenbilder spezialisiert. Für sein Gemälde „Amor sacro e amor profano“ – „Himmlische und irdische Liebe“, in dem der himmlische Amor den irdischen züchtigt, erntete er allerdings Hohn und Spott, denn es gab ein Gegenstück des Konkurrenten Caravaggio. Der Streit endete vor Gericht.

    Autorin/Autor: Stefan Dege


  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Narziss

    Der selbstverliebte Narziss betrachtet hingerissen sein Spiegelbild. Geschicktes Lichtspiel, Hell-Dunkel-Effekte, Fokussierung auf das Wesentliche – Caravaggio (1571-1610) gilt wegen seiner Malweise als der Star der Barock-Malerei. Seine und die Werke seiner Nachfolger, die sonst in der römischen Nationalgalerie hängen, gastieren bis 6. Oktober 2019 im Barberini-Museum in Potsdam.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Bathseba im Bade

    „Bathseba im Bade“ lautet der Titel dieses Gemäldes von Artemisia Gentileschi (1593-1653). Sie war war eine italienische Künstlerin des Barocks und gilt heute als bedeutendste Malerin ihrer Epoche. Ihre Bilder zeigen häufig Frauen von starker Ausstrahlung – mutig, entschlossen und selbstbewusst.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Der Künstler bei der Arbeit

    Als noch junge Entdeckung der Kunstgeschichtler gilt Michael Sweerts. Der flämische Barockmaler (1618-1664) verbrachte Mitte des 17. Jahrhunderts zehn Jahre in Rom, wo er sich die Malweisen seiner italienischen Kollegen zu eigen machte. In diesem Werk, das von starken Hell-Dunkel-Effekten lebt, porträtierte er einen „Künstler bei der Arbeit“.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Dramatische Körper

    „Samson und Delila“ ist das Werk von Matthias Stomer (ca. 1600-1652) betitelt, mit dem der niederländische Künstler ein Motiv des Flamen Peter Paul Rubens aufgriff. Stomer streicht hier wie mit einem Brennglas die Körperlichkeit seiner Figuren heraus. Damit entsteht die für Barockmaler so typische Dramatik.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Venus und der sterbende Adonis

    Jusepe de Riberas (1591-1652) „Venus und der sterbende Adonis“ strotzt vor Gefühlen. Dramatik entsteht. Der aus Spanien stammende Maler lebte und arbeitete im Neapel der Barockzeit. Wegen seiner Herkunft nannten sie ihn „lo Spagnoletto“, den „kleinen Spanier“. Riberas naturalistischer Stil erneuerte den gängigen Malstil in Neapel, den die Kunsthistoriker heute „Neapolitanische Schule“ nennen.

  • „Wege des Barock“ im Museum Barberini

    Himmlische und irdische Liebe

    Ein Bild und seine Geschichte: Der italienische Maler Giovanni Baglione (1566-1644) war eigentlich auf Kirchenbilder spezialisiert. Für sein Gemälde „Amor sacro e amor profano“ – „Himmlische und irdische Liebe“, in dem der himmlische Amor den irdischen züchtigt, erntete er allerdings Hohn und Spott, denn es gab ein Gegenstück des Konkurrenten Caravaggio. Der Streit endete vor Gericht.

    Autorin/Autor: Stefan Dege


„Es war seit unserer Gründung im Jahr 2017 unser Wunsch, mit der Sammlung unserer Namensschwester in Rom eine Ausstellung zu realisieren“, sagte Museumsdirektorin Ortrud Westheider. Mit „Wege des Barock“ zeigt das Museum Barberini in Potsdam nun vom 13. Juli bis zum 6. Oktober das Werk Caravaggios (1571-1610) und seiner Nachfolger.

Höhepunkt der Schau ist Caravaggios Werk „Narziss“ (Artikelbild), das zwischen 1597 und 1599 entstand. Mit seiner Konzentration auf den entscheidenden Moment einer Erzählung schlug der Künstler neue Wege in der Kunst ein: Wie auf einer Bühne werden die Figuren durch schlaglichtartige Beleuchtung monumentalisiert.

In einem Saal des Erdgeschosses des Museums Barberini erstrahlt Pietro da Cortonas monumentales Fresko aus dem Gran Salone des Palazzo Barberini als Deckenprojektion. Der Palazzo Barberini birgt eine der wichtigsten Sammlungen römischer Barockmalerei. Zusammen mit dem Palazzo Corsini beherbergt er heute die italienische Nationalgalerie.

Das Museum Barberini in Potsdam

Impulse für die Malerei in Nordeuropa

Die Ausleihe der Bilder sei möglich gewesen, da die Ausstellung in der römischen Nationalgalerie gerade neu gestaltet werde, sagte deren Direktorin Flaminia Gennari Santori. „Caravaggio und sein Kreis haben Impulse für die Malerei in Nordeuropa gegeben.“

Die Schau wird umrahmt von einem Italien-Festival in Potsdam. Die Besucher können nach ihrem Museumsbesuch einen Spaziergang zur italienisch inspirierten Architektur und Kunst in der Stadt und im Welterbepark Sanssouci unternehmen – mit dem Audioguide der Barberini-App, der von dem Fernsehmoderator Günther Jauch („Wer wird Millionär“) gesprochen wird.

Dazu gehört auch der wieder aufgebaute Palast Barberini in Potsdam selbst. Der preußische König Friedrich der Große habe sich eine italienische Piazza in Potsdam gewünscht und sich für den Bau des Bürgerhauses von einem Kupferstich inspirieren lassen, der den Palazzo Barberini in Rom zeigte, erläuterte Direktorin Westheider. Der Palast wurde bei einem Bombenangriff in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs im April 1945 zerstört und von 2013 bis 2016 vom Software-Milliardär und Kunstmäzen Hasso Plattner als Museum wieder aufgebaut.

sd/bb (dpa/Museum Barberini)

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