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Politik - 24.10.2018

Flughafen Hahn dementiert, Ryanair nicht: Bericht über Rückzugspläne sorgt für Wirbel

Viel Aufregung hat ein Bericht dieser Zeitung über konkrete Pläne von Ryanair zu einem völligen Rückzug vom Flughafen Hahn für Wirbel gesorgt. Diese Zeitung hatte von den Plänen in höchsten Unternehmenskreisen des irischen Billigfliegers erfahren. So wolle sich Ryanair zum Sommerflugplan im April 2019 vom Hahn zurückziehen.

MAINZ/HAHN – Viel Aufregung am Dienstag in der Landespolitik: So hat ein Bericht dieser Zeitung über konkrete Pläne von Ryanair zu einem völligen Rückzug vom Flughafen Hahn für Wirbel gesorgt. Diese Zeitung hatte von den Plänen in höchsten Unternehmenskreisen des irischen Billigfliegers erfahren. So wolle sich Ryanair zum Sommerflugplan im April 2019 vom Hahn zurückziehen.

Hahn: „In regelmäßigen Kontakt mit Ryanair“

„Nach meinen Kenntnissen ist das völliger Unsinn“, sagte Christoph Goetzmann, Mitglied der Geschäftsführung des Flughafens, der Nachrichtenagentur dpa. „Wir sind in einem regelmäßigen und engen Kontakt mit Ryanair und ich habe keine Hinweise, die auf einen Rückzug hindeuten.“

Ryanair-Sprecher Robin Kiely erklärte: „Wir kommentieren keine Gerüchte oder Spekulationen. Die noch ausstehenden Sommerflugpläne 2019 finalisieren wir derzeit.“

Apropos Sommerflugpläne: Diese waren längst in einer Pressekonferenz vorgestellt worden. Von Hahn war seinerzeit keine Rede. Zahlreiche Flüge lassen sich bei Ryanair für den Flughafen Hahn derzeit nur noch bis März 2019 buchen. Darüber hinaus gibt es nur noch Italien-Flüge, was in Insiderkreisen als sehr außergewöhnlich bewertet wird. Wie berichtet, gilt Frankfurt gegenüber Hahn als deutlich besserer Standort für Ryanair; dort macht die irische Airline pro Sitzplatz mehr Geld als im Hunsrück.

13 ZIELORTE GESTRICHEN

Die Homepage von Ryanair weist ab dem Flughafen Hahn 42 Ziele aus. 13 davon werden in dieser Woche letztmals angeflogen. Es sind: Burgas (Bulgarien), Montpellier (Frankreich), Korfu, Kreta (Griechenland), Edinburgh (Schottland), Cornwall (England), Dublin (Irland), Alghero, Trapani (Italien), Pula (Kroatien), Ponta Delgada (Portugal), Barcelona und Ibiza (Spanien). Stand Dienstag waren diese Ziele von November an nicht mehr buchbar. Zehn weitere Ziele sind nur noch bis März 2019 ausgewiesen, der Rest bis einschließlich Oktober 2019. (joh)


CDU-Landtagsfraktionschef Christian Baldauf forderte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) auf, sich zu erklären. So müsse „sichergestellt werden, dass rheinland-pfälzisches Steuergeld geschützt wird. Von den von HNA versprochenen Investitionen ist bislang wenig zu sehen“. Das Passagieraufkommen am Hahn sinke und die von Flughafenkäufer HNA in Businessplänen versprochenen weiteren Fluglinien seien nicht in Sicht. „Weitere Haushaltsmittel an HNA dürfen nur fließen, wenn klar ist, ob ein dauerhafter Betrieb des Flughafens gewährleistet ist.“

AfD-Fraktionschef Uwe Junge forderte die Landesregierung auf, einen Plan B für den Hahn auf den Tisch zu legen. „Wir teilen die Sorgen der Menschen vor Ort, die um ihren Arbeitsplatz fürchten. Ein drohendes Abwandern von Ryanair vom Flughafen Hahn kann ein mögliches Aus für den gesamten Flughafen bedeuten und gefährdet damit auch die Arbeitsplätze vieler Angestellten.“ Die Landesregierung müsse ihre Zukunftsprognose für den Flughafen und die Region offen legen.

Ein Sprecher von Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte, die Landesregierung stehe zum Hahn und habe großes Interesse an der weiteren Entwicklung des Flughafens und der Region. Deshalb werde der Airport für einen Übergangszeitraum bis 2024 mit Betriebsbeihilfen und Zuschüssen zu Investitionen unterstützt. Es sei länger bekannt, so der Sprecher, dass Ryanair auf Veränderungen am Markt reagiere und sein Geschäftsmodell anpasse. Das Wettbewerbsumfeld werde sich für den Hahn durch veränderte Strategien der Airlines oder beispielsweise erweiterte Abfertigungskapazitäten an anderen Flughäfen (Terminal 3 in Frankfurt) verschärfen.

Innenministerium: Haben keine Hinweise auf Rückzug

Der Sprecher des Ministeriums erklärte weiter: „Der Flughafen Hahn und Ryanair sind Privatunternehmen, die ihr eigenes Geschäftsmodell finden und aufbauen müssen. Für einen kompletten Rückzug von Ryanair am Flughafen Hahn gibt es jedoch nach Auskunft der Flughafengesellschaft Frankfurt-Hahn keinerlei Hinweise.“

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