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Kultur - 23.10.2018

„Feine Sahne Fischfilet“ jetzt doch in Dessau

„Feine Sahne Fischfilet“ wird jetzt doch in Dessau spielen – im Anhaltischen Theater. Die Punkband wurde zudem nach Berlin und Weimar eingeladen. Für die Bauhausstiftung, die das Konzert abgesagt hatte, hagelt es Kritik.

Das 100-jährige Jubiläum steht kurz bevor. Mit viel Tamtam will die Stiftung Bauhaus 2019 an die glorreiche Zeit der Kunst- und Designschule zwischen 1919 bis 1933 erinnern, die von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Ein vom ZDF für den 6. November geplantes Konzert von „Feine Sahne Fischfilet“ hatte die Stiftung Bauhaus Dessau aber abgelehnt – aus Angst, ein Ort politischer Agitation und Aggression zu werden, hieß es. Die linke Punkband engagiert sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Rechte Gruppierungen hatten im Internet zum Protest gegen den Auftritt der Musiker aufgerufen.

Anhaltisches Theater als alternativer Veranstaltungsort: erst nein, jetzt doch 

Das Bauhaus-Museum in Dessau

Auch das Anhaltische Theater Dessau hatte Ende vergangener Woche zunächst erklärt, nicht als alternativer Veranstaltungsort zur Verfügung zu stehen. Begründung: Man würde mit der Einladung der Band – unkommentiert und als Symbol – ein politisches Statement abgeben, zu dem man nicht bereit sei. 

Jetzt die Kehrtwende: Am Montag (22.10.2018) teilte das Anhaltische Theater Dessau mit, die Entscheidung von letzter Woche inzwischen zu bedauern: „Die abschlägige Antwort auf eine kurzfristige Anfrage der Medien war schlecht überlegt und falsch“, hieß es. Man habe bei der Band um Entschuldigung gebeten. Der Diskurs über Kunst könne nur geführt werden, wenn sich die Kunst in aller Freiheit präsentieren könne. „Als das heutige Gebäude des Theaters errichtet wurde, wurden Künstler gegängelt, an der Ausübung ihres Berufs gehindert und massenweise vertrieben, verschleppt und getötet. Dem Theater ist bewusst, dass Versuchen, die Kunst zu behindern, jederzeit entgegengetreten werden muss“, hieß es weiter zur Begründung.  

„Feine Sahne Fischfilet“ auch nach Berlin und Weimar eingeladen

Berlins Kultursenator Klaus Lederer

Nach der Konzert-Absage in Dessau hatte Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) die Band ins Bauhaus-Archiv nach Berlin eingeladen. Damit setzte Lederer als diesjähriger Vorsitzende des Bauhaus-Verbundes ein politisches Signal. 

Nachdem das Anhaltische Theater jetzt seinen Rückzug vom Rückzug verkündet hat und der Auftritt am 6. November nun also doch in Dessau stattfinden soll, steht der Termin für das Konzert in Berlin noch nicht fest. Das Bauhaus-Archiv in der Hauptstadt ist derzeit für Sanierungsarbeiten leergeräumt.

Nicht nur aus der Bauhaus-Stadt Berlin, auch aus der Bauhaus-Stadt Weimar kam eine demonstrative Einladungen für „Feine Sahne Fischfilet“: „Ich würde die Band gerne nach Weimar holen“, sagte der Thüringer Bauhaus-Professor Max Welch Guerra dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Genauso sähen das auch die anderen Studenten und Professoren der Stadt. 

Erklärung der Stiftung Bauhaus Dessau

Die Stiftung Bauhaus Dessau hat die Konzertabsage inzwischen noch einmal bestätigt und hält an ihr fest. Man bedauere, die Öffentlichkeit mit der Absage des Konzerts enttäuscht und das Bauhaus als unpolitisch dargestellt zu haben, hieß es in einer ebenfalls am Montag (22.10.2018) verbreiteten Mitteilung.

Claudia Perren, seit 2014 Direktorin der Stiftung Bauhaus Dessau

Die Stiftung habe sich gegen das Konzert entschieden, weil man Neonazis keine Plattform bieten wolle, hieß es. Durch die öffentliche Aufmerksamkeit sei nun das Gegenteil geschehen.

„Wir wollen in den kommenden Wochen die Kritik, vor den Rechten eingeknickt zu sein, zum Anlass nehmen, eine öffentliche Debatte darüber zu führen, wie wir uns heute für eine offene Gesellschaft und gegen Ausgrenzung engagieren“, teilte die Stiftung mit.

„Seitdem ich die Leitung der Stiftung Bauhaus Dessau übernommen habe, war es mir wichtig, in der Programmarbeit zu zeigen, dass wir ein internationaler, offener und transparenter Ort gesellschaftlicher Debatten im Sinne des historischen Bauhauses sind. Dies impliziert eine deutliche Abgrenzung zu Neonazis“, erklärte Direktorin Claudia Perren.

Harsche Kritik an der Stiftung

In den sozialen Netzwerken machen sich Verbände, Prominente, Musiker und Geschichtsaktivisten große Sorgen. 

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Die Kritiker fürchten, die Absage des Konzerts sei ein Zugeständnis der Stiftung Bauhaus Dessau an die rechte Szene gewesen.

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Vor einigen Jahren war die Band wegen Gewaltaufrufen gegen Polizisten im Verfassungsschutzbericht von Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht. Seit einigen Jahren wird ihr Name dort allerdings nicht mehr genannt. Zuletzt spielten „Feine Sahne Fischfilet“ bei einem Konzert gegen Rechtsextremismus in Chemnitz.

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Nicht nur die Musiker hatten die Absage scharf kritisiert.

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Auch der ehemalige Bundesumweltminister der Grünen, Jürgen Trittin, erinnerte an die Tradition des Bauhaus.

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so/pg/nf (dpa / Anhaltisches Theater Dessau / Stiftung Bauhaus Dessau / Twitter)

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